Veritas 15 – das veritable Extra

In den Besitz meiner wundervollen “Veritas 15” kam ich durch puren Zufall: Eigentlich war ich nach Berlin-Heiligensee rausgefahren, um eine andere Nähmaschine abzuholen. Beim Kaffeetrinken im Garten des Verkäufers fragte mich dieser irgendwann, ob ich nicht gleich noch eine Veritas 15 mitnehmen wolle, wo ich doch schon mal da sei.

Nähmaschine Veritas 15 - Mondspinne

Halb im Spaß hievten wir daraufhin das gute Stück aus dem Dunkel der Garage in den Garten. Nach kurzem Verhandeln bot mir der Verkäufer die Nähmaschine für kleines Geld an und fuhr mich mit samt meinen beiden neuen Nähmaschinen sogar nach Hause. Vielen Dank für die Hilfe und den sehr unterhaltsamen Nachmittag!

Zustand

Die Nähmaschine stammt aus den Produktionshallen der Clemens Müller AG Dresden, die im Jahr 1855 gegründet und nach Ende des 2. Weltkriegs von der DDR enteignet wurde. Die Veritas 15 ist zwar schon recht betagt, aber dennoch in tadellosem Zustand. Lediglich ein paar tote Spinnchen und etwas Fliegendreck mussten entfernt werden – und natürlich der obligatorische festsitzende Dreck, der sich auf allen Nähmaschinen im Laufe der Jahrzehnte festsetzt.

Der filigrane Holztisch, in dem die Nähmaschine sitzt, hat allerdings nicht mehr seinen ursprünglichen Charme, sondern irgendwann einen knallblauen Anstrich verpasst bekommen. Ich nenne meine “Veritas 15” daher liebevoll meinen “Hippie”…

Nähmaschine Veritas 15 - Mondspinne

Ausstattung

Die “Veritas 15” zählt zu den Schwingschiffchen-Nähmaschinen, kann gerade und rückwärts nähen, ist kraftvoll, äußerst leichtgängig und näht vergleichsweise schnell. Zubehör war anfangs kaum vorhanden, aber inzwischen habe ich vieles von dem, was fehlte, zusammengetragen. Die Veritas 15 verfügt nun beispielsweise über diverse Nähfüße und zahlreiche Spulen.

Ich habe mit ihr schon Börsen  und Brillenetuis aus Filz genäht und möchte sie nicht mehr missen.