Louis, der Adler unter den Nähmaschinen

Auf der Suche nach einem netten Gestell, auf das ich meine Werkbank montieren könnte, stieß ich im Internet auf eine Annonce, in der eine alte Tretnähmaschine zum Verkauf angeboten wurde. Viel war auf dem Foto nicht zu erkennen, aber das Gestell schien o.k. zu sein. Also fuhr ich hin, um es dem Eigentümer abzukaufen.

Angekommen, sah ich sofort, was für eine schöne Nähmaschine da im Keller eines Plattenbaus in Berlin-Hellersdorf stand. Nicht nur das Gestell war in gutem Zustand. Auch die Nähmaschine, üppig mit goldfarbenen und grünen Verzierungen versehen, war in Schuss. Sie wurde nach Auskunft des Besitzers vom Voreigentümer häufig genutzt, so dass sie geölt war, funktionierte und überdies mit etlichem Zubehör ausgestattet war. Man konnte sofort mit ihr losnähen!

Also nahm ich sie in dem Wissen mit, dass die Suche nach einem passenden Untergestell für meine Werkbank weitergehen würde…

Besonderheiten

Bei der “Louis Littauer” handelt es sich um eine sogenannte “Händler-Maschine”, d.h. der Händer Louis Littauer vertrieb Nähmaschinen, auf denen sein Name stand. Auf der Rückseite der Nähmaschine ist sogar noch die Adresse zu lesen: “Berlin N.O. Landsbergerstraße 28”.

Bei dieser Maschine handelt es sich meines Wissens um eine “Adler”-Nähmaschine. Eine Gebrauchsanweisung für die Klassen 8, 10 und 12, die ich im Internet fand, leistete mir bei der Inbetriebnahme große Dienste. Besonders ist an dieser Maschine u.a., dass das Rad beim Nähen nicht wie oft üblich nach vorn, sondern nach hinten gedreht wird. Wenn man aber den Dreh einmal raus hat, dann ist das kein Hindernis.

Meine “Louis Littauer” hat sich bisher bei allen Nähprojekten bestens bewährt. Sie näht durch dick und dünn, Stoff, Filz und Leder! Mit ihr habe ich u.a. Börsen und Taschen genäht.

 

Nähmaschine "Louis Littauer" - Mondspinne